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Wissen für Unternehmer · Ralf erklärt, Folge 8

Sozialabgaben 2027: Neue Grenzen und was sie dich kosten

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Das Wichtigste in Kürze

  • Grenze in Renten- und Arbeitslosenversicherung: 8.850 € im Monat (2026: 8.450 €).
  • Grenze in Kranken- und Pflegeversicherung: 6.375 € im Monat (2026: 5.812,50 €), mit 300 € Sonderaufschlag.
  • Versicherungspflichtgrenze: 84.150 € im Jahr. Für schon privat Versicherte gelten 80.550 €.
  • Bei 7.000 € brutto zahlst du rund 59 € mehr im Monat, ab 8.850 € rund 102 €.
  • Lohnsoftware aktualisieren, Zusatzbeiträge der Kassen prüfen und das Team informieren.

Warum die Grenzen wichtig sind

Sozialabgaben zahlst du nur bis zu einer Obergrenze, der Beitragsbemessungsgrenze. Was ein Mitarbeiter darüber verdient, bleibt beitragsfrei. Diese Grenzen steigen jedes Jahr mit den Löhnen. Die Bundesregierung hat die Werte für 2027 im Oktober 2026 beschlossen. Der Bundesrat muss noch zustimmen, das gilt als sicher.

Die neuen Werte

In der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt die Grenze von 8.450 auf 8.850 Euro im Monat. In der Kranken- und Pflegeversicherung steigt sie von 5.812,50 auf 6.375 Euro im Monat. Der große Sprung kommt von einem einmaligen Aufschlag von 300 Euro im Monat. Den hat der Bundestag im Sommer 2026 beschlossen, um die Krankenkassen zu stützen.

Was das für dich kostet

Bei einem Mitarbeiter mit 3.500 Euro brutto ändert sich nichts, er liegt unter allen Grenzen. Bei 7.000 Euro brutto zahlst du Kranken- und Pflegeversicherung auf mehr Gehalt. Das sind rund 59 Euro mehr im Monat, über 700 Euro im Jahr. Ab 8.850 Euro brutto kommt auch die Rente dazu. Dann sind es rund 102 Euro mehr im Monat, über 1.200 Euro im Jahr. Dein Mitarbeiter zahlt ungefähr den gleichen Betrag zusätzlich. Sein Netto sinkt, obwohl das Brutto gleich bleibt.

Wechsel in die private Krankenversicherung

Die Versicherungspflichtgrenze steigt von 77.400 auf 84.150 Euro im Jahr. Erst darüber darf ein Mitarbeiter in die private Krankenversicherung wechseln. Wer am 31.12.2026 schon privat versichert ist, für den gilt 2027 eine niedrigere Grenze von 80.550 Euro. Der Wechsel wird also vor allem für neue Fälle schwerer. Dein Zuschuss für privat Versicherte steigt auf höchstens rund 558 Euro für die Krankenversicherung und 115 Euro für die Pflege.

Die Beitragssätze

Die Rentenversicherung bleibt nach heutigem Plan bei 18,6 Prozent, die Arbeitslosenversicherung bei 2,6 Prozent. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur Krankenkasse soll bei 2,9 Prozent bleiben. Das ist aber nur ein Rechenwert. Jede Kasse legt ihren eigenen Satz fest. Die Kassen müssen ihre Mitglieder nicht mehr per Brief über Erhöhungen informieren. Erhöht eine Kasse ihren Beitrag, dürfen deine Mitarbeiter wechseln. In der Pflege sollen Kinderlose nach einem Entwurf mehr zahlen. Das trifft nur die Beschäftigten.

Was du jetzt tun solltest

Sorge dafür, dass deine Lohnsoftware die neuen Werte bekommt. Prüfe die Zusatzbeiträge der Kassen deiner Mitarbeiter und informiere dein Team. Rechne bei Gutverdienern neu. Prüfe, wer zum Jahreswechsel über oder unter die Versicherungspflichtgrenze rutscht, und passe die Zuschüsse für privat Versicherte an. Dieses Video ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze 2027?+

In der Renten- und Arbeitslosenversicherung 8.850 Euro im Monat, in der Kranken- und Pflegeversicherung 6.375 Euro im Monat.

Wie hoch ist die Versicherungspflichtgrenze 2027?+

84.150 Euro im Jahr. Für Beschäftigte, die am 31.12.2026 schon privat versichert sind, gilt eine Grenze von 80.550 Euro.

Warum steigt die Grenze in der Krankenversicherung so stark?+

Neben der normalen Anpassung an die Löhne gibt es 2027 einmalig einen Aufschlag von 300 Euro im Monat. Er soll die Krankenkassen stützen.

Was kostet mich das als Arbeitgeber?+

Bei Gehältern unter allen Grenzen nichts. Bei 7.000 Euro brutto rund 59 Euro mehr im Monat, ab 8.850 Euro brutto rund 102 Euro mehr im Monat.

Steigen 2027 die Beitragssätze?+

Nach heutigem Plan bleiben Rente bei 18,6 Prozent und Arbeitslosenversicherung bei 2,6 Prozent. Der Zusatzbeitrag hängt von der jeweiligen Krankenkasse ab.

Was muss ich zum Jahreswechsel tun?+

Lohnsoftware aktualisieren, Zusatzbeiträge der Kassen prüfen, Gutverdiener und die Versicherungspflichtgrenze prüfen und Zuschüsse für privat Versicherte anpassen.

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