Wissen für Unternehmer · Ralf erklärt, Folge 7
Minijobs 2027: Das kostet dich ein Minijob ab Januar
Das Wichtigste in Kürze
- Die Minijob-Grenze steigt 2027 auf 633 € im Monat (Mindestlohn 14,60 €).
- Beschlossen: KV-Pauschale für gewerbliche Minijobs steigt von 13 auf rund 17,5 %.
- Entwurf: Pauschsteuer soll von 2 auf 5 % steigen. Ein Pflegebeitrag ist erst ab 2028 geplant.
- Bei 633 € zahlst du 2027 rund 226 € Abgaben im Monat, mit höherer Pauschsteuer rund 245 €.
- Für die Kalkulation mit rund 36 bis 39 % auf den Lohn rechnen, plus Berufsgenossenschaft.
Minijobs werden für Arbeitgeber teurer
Ab 2027 steigen die Abgaben, die du als Arbeitgeber für Minijobs zahlst. Ein Teil ist schon beschlossen, ein Teil steht noch im Entwurf. Für deinen Minijobber ändert sich wenig. Er bekommt seinen Lohn weiter fast ohne Abzüge. Die Abgaben trägst vor allem du.
Die neue Grenze
Mit dem Mindestlohn von 14,60 Euro steigt die Minijob-Grenze 2027 auf 633 Euro im Monat. Heute liegt sie bei 603 Euro. Darüber beginnt der Übergangsbereich, auch Midijob genannt. Er reicht von 633,01 Euro bis 2.000 Euro.
Was du heute zahlst
Für einen gewerblichen Minijob zahlst du 2026 rund 31 Prozent auf den Lohn. Das sind 15 Prozent Rentenversicherung, 13 Prozent Krankenversicherung, 2 Prozent Pauschsteuer und kleine Umlagen. Dazu kommt der Beitrag zur Berufsgenossenschaft.
Krankenversicherung: beschlossen
Die Pauschale zur Krankenversicherung steigt ab dem 1. Januar 2027 von 13 Prozent auf den allgemeinen Beitragssatz plus den durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Bei einem Zusatzbeitrag von 2,9 Prozent sind das rund 17,5 Prozent. Das Gesetz ist im Bundesgesetzblatt verkündet. Den genauen Zusatzbeitrag legt das Gesundheitsministerium bis Anfang November fest. Für privat versicherte Minijobber fällt keine Pauschale an. Im Privathaushalt bleibt sie nach bisherigem Stand bei 5 Prozent.
Pauschsteuer und Pflege: Entwurf
Nach dem Entwurf zur Einkommensteuerreform 2027 soll die Pauschsteuer von 2 auf 5 Prozent steigen. Der Entwurf liegt im Bundestag und ist noch nicht beschlossen. Ein Pflegebeitrag für Minijobs ist ebenfalls geplant. Nach dem aktuellen Entwurf soll er aber erst 2028 kommen.
Ein Rechenbeispiel
Für einen Minijob mit 633 Euro zahlst du nach den Sätzen von 2026 rund 197 Euro Abgaben im Monat. 2027 sind es rund 226 Euro, mit der höheren Pauschsteuer rund 245 Euro. Allein die Krankenversicherung kostet dich rund 28 Euro mehr im Monat, also über 340 Euro im Jahr. Bei fünf Minijobbern sind das über 1.700 Euro im Jahr.
Was das für deinen Minijobber heißt
Am Lohn ändert sich durch die Krankenversicherung nichts. Die Pauschsteuer darfst du nur auf den Minijobber abwälzen, wenn ihr das ausdrücklich vereinbart habt.
Ist ein Midijob die bessere Wahl?
Für dich als Arbeitgeber ist ein Midijob nicht automatisch billiger. Dein Mitarbeiter ist dafür voll sozialversichert. Lass dir das im Einzelfall vom Lohnbüro durchrechnen.
Was du jetzt tun solltest
Rechne für 2027 mit rund 36 Prozent auf den Lohn, mit der höheren Pauschsteuer eher mit 39 Prozent. Prüfe deine Preise, wenn viele Minijobber bei dir arbeiten. Sprich mit deinem Lohnbüro, damit die Software zum Jahreswechsel stimmt. Dieses Video ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2027?+
633 Euro im Monat. Sie hängt am Mindestlohn, der 2027 auf 14,60 Euro steigt.
Wie stark steigt die Krankenversicherung für Minijobs?+
Für gewerbliche Minijobs steigt die Pauschale von 13 Prozent auf den allgemeinen Satz plus durchschnittlichen Zusatzbeitrag, also auf rund 17,5 Prozent. Das ist beschlossen.
Steigt die Pauschsteuer für Minijobs?+
Nach dem Entwurf zur Einkommensteuerreform soll sie ab 2027 von 2 auf 5 Prozent steigen. Beschlossen ist das noch nicht.
Kommt 2027 ein Pflegebeitrag für Minijobs?+
Ein Pflegebeitrag ist geplant, soll nach dem aktuellen Entwurf aber erst ab 2028 gelten.
Was kostet ein Minijob mit 633 Euro im Jahr 2027?+
Rund 226 Euro Abgaben im Monat, mit höherer Pauschsteuer rund 245 Euro, jeweils plus Beitrag zur Berufsgenossenschaft.
Ändert sich der Lohn für den Minijobber?+
Durch die höhere Krankenversicherung nicht. Die Pauschsteuer darf nur nach ausdrücklicher Vereinbarung auf den Minijobber abgewälzt werden.
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